Annemarie und Gottfried Olbrich: Seit 25 Jahren im VdK-Vorstand Gerbrunn

Keine Zeit zum Jammern und Auszeiten beim Schwimmen

 

Annemarie und Gottfried Olbrich

Annemarie und Gottfried Olbrich

GERBRUNN   Begonnen hat es 1989. „Hast Du nicht Lust? Ich suche noch einen stellvertretenden Vorsitzenden“, fragte der designierte Vorsitzende Richard Brückner Gottfried Olbrich. Der hatte eigentlich keine Lust, hatte er doch gerade erst sein Engagement als Trainer der TSV-Fußballjugend beendet. „Ach komm. Du musst auch gar nichts machen“, überredete ihn Brückner schließlich.
Und alles kam anders. Brückner verstarb wenig später und hinterließ seinem Stellvertreter einen Berg Arbeit. Denn Brückner selbst war schon dem überraschend im Amt verstorbenen Richard Wagner nachgefolgt. Olbrich musste sich also ganz ohne Hilfe einarbeiten. „Ich habe mich durch die gesamten Akten seit 1948 gewühlt, um mich mit der Materie vertraut zu machen“, blickt er zurück auf seine Anfänge vor 25 Jahren.
Wobei man korrekter eigentlich von „ihren Anfängen“ sprechen muss. Denn seine Frau Annemarie ist als Kassiererin des Vorstandes (und Mädchen für alles) genauso lange mit im Boot wie er selbst.
Noch ist ein Ende des Engagement des Ehepaares – er ist 70 Jahre, sie 68 – nicht in Sicht. Bei der Jahresversammlung am Samstag, 10. Januar, wurden beide in ihrem Amt bestätigt und für das jeweilige Vierteljahrhundert im Amt geehrt. Weniger, das steht fest, wird die Arbeit nicht. Denn mit den Besitzern Helmut Brandl und Gisela Frauendorf sowie der Frauenbetreuerin Alice Schenk verabschiedeten sich bei der Versammlung gleich drei Mitstreiter aus dem neunköpfigen Vorstandsteam. Nachfolger für sie fanden sich keine. Im Amt bestätigt wurden: Gisela Künzel als stellvertretende Vorsitzende  und Schriftführerin, die Frauenvertreterinnen Barbara Schmitt und Auguste Welsch sowie die Beisitzer Kurt Philipp und Günter Künzel.

„Ich habe mich durch die gesamten Akten seit 1948 gewühlt, um mich mit der Materie vertraut zu machen“, Gottfried Olbrich

Für seine eigene Nachfolge indes hat der Renter Olbrich einen konkreten Plan. Doch der ist noch nichts für die Öffentlichkeit. Erst einmal, so Olbrich, soll der mögliche Nachfolger behutsam ins Vereinsleben eingeführt werden. Übers Knie brechen will er nichts. Denn Kritiker sind stets schnell bei der Hand, auch wenn Bewerber um den Vorsitz alles andere als Schlange stehen.
Eine gewisse Affinität zur Sozialgerichtsbarkeit sollte ein VdK-Vorsitzender schon haben. Das weiß Olbrich aus eigener Erfahrung. Selbst wenn die Beratung für die Mitglieder der überregionale Kreisverband leistet: „Es ist schon hilfreich, dass ich sehr gut einschätzen kann, ob jemand eine Chance auf Leistungen hat oder nicht.“ Ruft jemand bei ihm an, kann Olbrich schon aus der Fallschilderung schnell erkennen, ob es gute oder eher mäßige Erfolgsaussichten gibt, den Anspruch am Sozialgericht durchzubringen. Sieht er gute Chancen, vereinbart er für das Mitglied einen Termin beim Kreisverband.
Beruflich hatte der gelernte Heizungsbauer und Kesselwärter der Uni Würzburg im Ruhestand nichts mit dem Sozialgesetzbuch am Hut. „Aber ich war 16 Jahre lang ehrenamtlicher Richter (Schöffe) am Sozialgericht“, verrät er. Eine lange Zeit, in der er viele Erfahrungen sammelte mit Anspruch und Wirklichkeit, wenn es um gesundheitliche Beeinträchtigungen, deren Auswirkungen und daraus resultierende Leistungen geht.
Doch nicht nur das. Gottfried Olbrich und seine Frau kennen die Themen auch aus eigener leidvoller Erfahrung. Ob Diabetes, Gelenk-Operationen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder auch Demenz – mit all diesen Unbilden haben sie sich in der Familie oder selbst schon herumgeschlagen. Aber Jammern gehört trotz aller Schicksalsschläge nicht in ihr Repertoire. Dazu fehlt ihnen auch angesichts der mannigfaltigen Aufgaben schlicht die Zeit.
Das Jahresprogramm des VdK Gerbrunn ist umfangreich, die Mitgliederzahl mit 360 hoch. Die monatlichen Mitgliedertreffen, jahreszeitliche Feste und Feiern, Kranken- und Geburtstagsbesuche wollen organisiert sein. Ganz zu schweigen von den vielen Telefongesprächen. Allein 158 Gäste kamen im Dezember zur Weihnachtsfeier. Viel Arbeit vor allem für Annemarie Olbrich, die alles in einem ist: Bäckerin, Helferin und Planerin. Zumindest logistisch hat sie Hilfe: Eine gute Zusammenarbeit gebe mit dem Bürgermeister und der Gemeindeverwaltung. „Das läuft völlig unkompliziert, wofür wir sehr dankbar sind“, loben beide.
Gemeinsam findet man die Olbrichs nicht nur bei Terminen des VdK. Ein weiteres gemeinsames Hobby ist das Schwimmen. Mehrmals die Woche trifft man sie in der Schwimmhalle des SV 05 an – regelmäßige Auszeiten, die beide genießen und sich gerne und bewusst gönnen.

Traudl Baumeister

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