Die ganze Wahrheit über den neuen Bauhof

Narrengilde stürmt das Rathaus und nimmt Bürgermeister gefangen

Verhaftet: Gerbrunns Bürgermeister Stefan Wolfshörndl wird abgeführt und sein Widersacher von der Narrengilde, Sitzungspräsident Peter Gröschel (links), triumphiert.

Verhaftet: Gerbrunns Bürgermeister Stefan Wolfshörndl wird abgeführt und sein Widersacher von der Narrengilde, Sitzungspräsident Peter Gröschel (links), triumphiert.

GERBRUNN   Nachdem aus den Nachbarorten in den letzten Tagen bereits ähnliche Kunde kam, war es am Samstag auch in Gerbrunn so weit: Bürgermeister Stefan Wolfshörndl wurde gefangengenommen und musste den Rathausschlüssel an die Narrengilde Gerbrunn übergeben. Bis Aschermittwoch entscheiden damit nun die Elferräte über Wohl und Wehe der Gemeinde, verkündete Sitzungspräsident Peter Gröschel.

Die Übernahme war der Narrengilde gelungen, obwohl Wolfshörndl nicht nur die Gemeinderäte auf seiner Seite hatte, sondern auch noch Unterstützung durch Truppen des Kultur- und Fördervereins aus Gerbrunn sowie der KAB St. Josef Grombühl, die sogar mit einer Papierkanone angerückt waren. Zum Entsetzen Gröschels fanden sich hinter der feindlichen Linie sogar einige Überläufer,. Vor allem den Nachwuchs versuchten die Verteidiger des Rathauses mit Hilfe von in die Menge geworfenen Leckerli auf ihre Seite zu ziehen.

Die Narrengilde hatte sich anfangs noch verträglich gezeigt, dem Bürgermeister sogar gute Arbeit bescheinigt und versucht das Rathaus mit Hilfe einer Charme-Offensive der mittleren wie der großen Garde kampflos zu besetzen. Da dies jedoch erfolglos blieb, stürmten die Narren gewaltsam das Rathaus, allen voran die hochmotivierte Purzelgarde, gefolgt von den Elferräten. Angesichts der deutlichen Übermacht der Angreifer mussten sich der Bürgermeister und seine Helfer rasch ergeben, auch weil einigen wohl der vorherige Wengertslauf noch in den Knochen steckte.

Den Schlüssel wieder auslösen, so Gröschel, könnedas gewählte Ortsoberhaupt mit einer Einladung zum Eisessen für alle Aktiven der Narrengilde unter 18 Jahren. Bei den Muppets mitzutanzen oder gar Tango auf dem Tisch des Bauhofes, blieb Wolfshörndl damit erspart.

Letzteres, so hatte die Narrengilde herausgefunden, tun häufig die Mitarbeiter der Bauhofes. Dann nämlich, wenn sie bei der Brotzeitpause wieder mal auf facebook lesen, das ihr oberster Chef – ein großer Fan der sozialen Medien – gerade nicht im Haus, sondern anderswo unterwegs ist. Tatsächlich, so konterte Wolfshörndl, sei das der Grund für den Neubau des Bauhofes. Der biete Platz für einen größeren Tisch, auf dem dann die Mitarbeiter tanzen könnten, ganz so wie die sprichwörtlichen Mäuse, wenn die Katze aus dem Haus ist.

Traudl Baumeister

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