Flüchtlinge – Helfen ist Pflicht

titelMein Kommentar in der neuen AWO-Mitgliederzeitung Unterfranken zum Thema “Flüchtlinge und die AWO”:

Helfen ist Pflicht
Unbestritten landen derzeit viele Flüchtlinge bei uns. Aber – wie die Grafiken
auf diesen Seiten eindrucksvoll belegen – bei weitem nicht nur bei
uns. Viele, auch wesentlich ärmere Länder als unseres, ärmere Menschen
als wir, bieten Flüchtlingen selbstverständlich Zufluchtsmöglichkeiten.
Die Menschen, Erwachsene und viele, viele Kinder (weltweit sind fast
die Hälfte aller Flüchtlinge minderjährig), haben meist Schreckliches erlebt.
Sie mussten zusehen wie Freunde und Verwandte, wie ihre Kinder,
Eltern oder Großeltern ermordet, grausam gefoltert, misshandelt und erniedrigt
wurden – oder sie waren gar selbst Opfer.
Sie kommen nicht etwa mit sorgfältig gepackten, vollen Koffern mit
dem Flugzeug oder Kreuzfahrtschiff und in dem Bewusstsein, dass ihr
kuscheliges Zuhause sie irgendwann wieder erwartet – so wie wir, wenn
wir verreisen. Nein. Sie kommen in Containern, Kisten, auf Laderampen,
in LKW oder Schiffsbäuche eingepfercht, ausgeliefert mehr oder weniger
geldgierigen Schleppern, ohne zu wissen wo die „Reise“ hingeht, wie
lange sie dauert, wie und wo sie endet, ob sie die Tortur überleben und
was sein wird, sollten sie dies tatsächlich tun.
Sie kommen aus zerstörten oder zerbombten Häusern, aus Zeltlagern,
in denen Mangel an nahezu allem herrscht – außer an Angst -, in denen
Krankheiten grassieren, in denen es vor allem eines nicht gibt: irgendeine
Hoffnung auf Zukunft.
Bei uns gibt es das alles nicht. Aber dafür, hier geboren zu sein und
nicht dort, kannst Du nichts, kann ich nichts. Das ist einfach Glück oder
Gnade, kein Verdienst.
Wir sollten nicht vergessen: Viele Menschen weltweit haben vor Jahrzehnten
ihr Leben eingesetzt (und verloren), um den von einer großen
Mehrheit der deutschen Bevölkerung gewählten Diktator Adolf Hitler zu
bremsen. IS, ISIS, Boko Haram oder wie sie sonst heißen, wurden nicht
gewählt, sondern reißen durch grausamen, unmenschlichen Terror die
Macht an sich. Die Menschen, die zu uns flüchten, stehen diesem Terror
ebenso fassungslos wie hilflos gegenüber. Sie sind einfach nur Opfer,
ohne irgendetwas dazu getan zu haben. Nichts anders als etwa Juden,
Homosexuelle, Andersdenkende oder so genannte Nicht-Arier in einer
anderen Zeit.
Ich denke, es ist unsere Pflicht, wenigstens zu helfen, wenn Betroffene
bei uns anklopfen – wenn nicht sogar mehr.

Traudl Baumeister 

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