Gerbrunn: Viele Sieger und starke Frauen beim Wengertslauf

Start des Hauptlaufes: Ganz vorne (Nummer 312) in Grün der spätere Sieger Michael Wetteskind und links der Rottendorfer Manfred Dormann (Nr. 2), er wurde Vierter.

Start des Hauptlaufes: Ganz vorne (Nummer 312) in Grün der spätere Sieger Michael Wetteskind und links der Rottendorfer Manfred Dormann (Nr. 2), er wurde Vierter.

Das Rennen in den Weinbergen scheint sich zu etablieren

GERBRUNN   Nach der gut geglückten Premiere im letzten Jahr lag die Latte in diesem Jahr hoch für die Veranstalter des Gerbrunner Wengertslaufes. Die meisterten die Hürde spielend. Mit einem von Frank Wagner, TSV Gerbrunn, per Mini-Hubschrauber gefilmten Streckenvideo im Vorfeld des Laufes – und natürlich ebensolchen Aufnahmen vom Laufereignis selbst, boten sie wieder etwas Neues an. Nicht nur das: Mit professioneller Zeitmessung an der Fußfessel sowie dem in diesem Jahr erstmals aufgestellten Start- und Zielbogen verfeinerten sie ihr Konzept weiter.

Diese Aufgabe des Veranstalters teilen sich beim Lauf durch die Gerbrunner Weinberge der TSV Gerbrunn und die örtliche DLRG. Die war damit nur eine Woche nach dem 24-Stunden-Schwimmen schon wieder bei einem Großereignis gefordert. Denn auch wenn der Lauf bei der zweiten Auflage natürlich noch nicht etabliert ist, noch nicht zu den ganz großen Laufevents vor dem Winter zählt, beste Chancen dahin zu kommen, scheint er zu haben, sagt jedenfalls Michael Seibold vom TSV. „Das steigende Interesse spricht für sich,“ zeigt er sich zuversichtlich.

Rock Race Team

Rock Race Team

Die Teilnehmerzahlen können sich in der Tat sehen lassen: 63 Kinder (unter zehn Jahren), 17 Hobbyläufer, 15 Nordic-Walking-Fans und 100 Starter im Hauptlauf. Wobei es den Wengertslauf schmückt und seine Bedeutung aufwertet, dass beispielsweise Vorjahressiegerin Laura Zimmermann wieder am Start ist, gehört sie momentan doch zu erfolgreichsten Läuferinnen der Region, entscheidet einen Lauf nach dem anderen für sich – und lässt dabei reihenweise gestandene Mannsbilder weit hinter sich.

So auch in Gerbrunn auf der anspruchsvollen Zweieinhalbkilometer-Runde bergauf und bergab. Die bietet den Athleten zwar einen phänomenalen Blick, zieht manchem unerfahrenen Läufer aber den Zahn und zwingt gar zur Aufgabe. Nicht aber Laura Zimmermann. Die 25-jährige Zahnmedizinerin vom SV 05 Würzburg kam nach drei Runden wieder als schnellste Frau und sage und schreibe als insgesamt Sechste ins Ziel (Zeit: 32:54 Min.).

Damit hatte sie auch die Startnummer eins, den örtlichen Bürgermeister Stefan Wolfshörndl (51:59 Min.), weit hinter sich gelassen. Der freilich sah die drei Runden einfach nur als sportliche Herausforderung an, nachdem er bei der ersten Auflage noch im Hobbylauf über eine Runde angetreten war. Auch wenn die Oberschenkel hinterher schmerzten, war er letztlich genauso Sieger wie alle, die über die Ziellinie spurteten, hatte die Strecke und die eigenen schweren Beine besiegt. Das gilt sogar für die Siegerin: „Der Reiz des Wengertslauf ist es, dass es mal was ganz anderes ist: Eine knackige, harte Runde, auf der man sich gut seine Kräfte einteilen muss und die Zeit deshalb auch nebensächlich ist. Auf jeden Fall ein gutes Rennen, um Kraft in die Haxen zu bekommen“, sagt sie selbst.

Bei den Männern siegte Michael Wetteskind (30.34 Min.; Jahrgang 1986) von der DJK Schweinfurt. Er hatte schon nach einer Runde einen sichtbaren Vorsprung auf den zehn Jahre älteren Zweitplatzierten Christian Schulz (31:38 Min.) herausgelaufen. Tatsächlich waren neben den Laufprofis aber auch viele Hobbyläufer am Start. So etwa eine ganze Gruppe der in Gerbrunn ortsansässigen Hörgerätefirma Huth & Dickert sowie ein Team der Sparkasse. Etwas anders waren auch die schwarz gewandeten und mit wilder Gesichtsbemalung angetretenen Teammitglieder des Rock-Race-Teams aus Würzburg. Die hatten weniger die Zeit im Blick, wollten nach eigener Aussage „einfach Spaß haben“. Wobei dazu allerdings in ihren Augen auch gehörte, das Auf und Ab beim Laufen noch um eine weitere Komponente zu erweitern: Mit je 400 Liegestütz, so die Ansage, würzten sie die 7,5 Kilometer unterwegs zusätzlich. Wobei Starter und Streckenkommentator Boris Reichelt, TSV Gerbrunn, darauf achtete, dass der Spaß des Race Teams die übrigen Läufer nicht behinderte.

Schier Unglaubliches schaffte auch der Rottendorfer Manfred Dormann, für den TV Bad Brückenau am Start. Der 64-Jährige überquerte als Vierter die Ziellinie. Ähnlich Erstaunliches erreicht hatte zuvor Denis Seifert vom TSV Gerbrunn. Der Elfjährige hatte im Hobbylauf den Turbo gestartet und sich als jüngster Starter Platz drei gesichert.

Siegerin bei den Frauen: Zieleinlauf für Laura Zimmermann, wie im Vorjahr die schnellste Frau.

Siegerin bei den Frauen: Zieleinlauf für Laura Zimmermann, wie im Vorjahr die schnellste Frau.

Zum Familienevent machten die Wichts aus Güntersleben den Wengertslauf. Während sich die zwölfjährige Elena den ersten Platz der Mädchen und Frauen im Hobbylauf sicherte, war Mutter Bärbel Wicht (LG Würzburg) Schnellste ihrer Altersklasse W45. Elenas kleiner Bruder Sven hingegen war nicht vorne dabei, hatte aber trotzdem Spaß. Laufen, sagt Elena, sei nun mal die Leidenschaft der Familie. „Kein Problem. Schließlich ging es ja am Ende wieder bergab“, so ihr Kommentar zum Streckenprofil.

Am schnellsten unterwegs auf der 900 Meter langen Kinderroute war Clara Bley, die Lokalmatadorin vom TSV Gerbrunn, die damit ihren Vorjahreserfolg wiederholte. Dicht dahinter folgte Felix Ziegler aus Burggrumbach.

1-IMG_1893Stolz und glücklich über ihre Teilnehmermedaille waren auch Tom Baumgartner und Felix Riegel. Die beiden Dreijährigen überquerten am Ende des Kinderlaufes an der Hand eines Elternteil das Ziel. Wie gesagt: Beim Wengertslauf gibt es viele Sieger. Nicht zuletzt der Ort selbst. Er zeigte im goldenen Weinbergslaub von seiner besten Seite, als ab und an sogar ein paar Sonnenstrahlen durchs Novembergrau spitzten.

Traudl Baumeister

Alle Ergebnisse vom Rennen: www.tsvgerbrunn.de

Viele Bilder vom Lauf

Kommentare sind geschlossen.