Erfolg mit dem Modelabel seimoH und meinemünzbox.de

Schüler und Studenten sind nebenberuflich erfolgreiche Unternehmer

seimoH-GründerTHEILHEIM    Sie sitzen auf dem Sofa, locker und smart wie eine Boygroup: Christopher Heil (25 Jahre), Steffen Bichler (27), Dominic Schmitt (24) und Manuel Cazzella (25). Vier ganz unterschiedliche Typen, die eines eint: Mit der Party-, Kneipen- und Discoszene haben sie so gar nichts am Hut. Jedenfalls nicht in dem Sinn wie manch andere Studenten. Im Gegenteil. Manuel drückt es so aus: „Dominic und ich dachten, so Verrückte wie uns gibt es nirgends. Wir haben uns geirrt. Steffen und Christopher sind noch viel verrückter als wir“, und schiebt nach: „Verrückt heißt in dem Fall: Arbeiten schöner zu finden als Freizeit.“

k-1-IMG_0525Die Vier sind Unternehmer. Erfolgreich, aber nebenberuflich. Eigentlich studieren sie (Manuel), schreiben Examensarbeit (Christopher), sind im Lehramtsreferendariat (Steffen) oder machen das Abitur nach (Dominic). Für viele junge Menschen wäre das alles schon genug. Für diese Vier nicht. Ihre Unternehmen heißen meinemünzbox.de und seimoH. Wobei sich hinter letzterem gleichzeitig ein Markenname, ein so genanntes Modelabel verbirgt.

„Ich hatte schon immer viele Ideen“, sagt Christopher Heil, gebürtiger Theilheimer. Was nach jugendlichen Verrücktheiten klingt, stellt sich beim Nachfragen als etwas ganz anderes, sehr Bodenständiges heraus: „Egal welchen Gedankenblitz jemand hat, ich mache im Nu einen Businessplan daraus.“ „Einen“, ergänzt sein Freund und Kollege Steffen, „der garantiert funktioniert.“ Meinemünzbox.de, ein Online-Handel für Münzsammler ist vor etwa drei Jahren so entstanden.

„Verrückt heißt in dem Fall: Arbeiten schöner zu finden als Freizeit”, Manuel Cazzella (Bad Kissingen), seimoH-Mitgründer

„Ich hatte damals Freunde gefragt, was sie eigentlich machen, wenn sie mal etwas Geld übrig haben“, erinnert sich Christopher, ehemals Schüler des Deutschhaus-Gymnasiums. Als er die Antwort bekam, „es in Gold und Silbermünzen anlegen“, hat er sich zuerst selbst einen Satz Silbermünzen zugelegt. Und schnell festgestellt, dass man die wertvollen Stücke, ungern „einfach so in eine Schublade schmeißt.“ Die Geschäftsidee war geboren: Spezielle Aufbewahrungsboxen für Münzen kreieren, produzieren (lassen) und an Sammler verkaufen.

Weil man das alles allein schlecht stemmen kann, suchte sich Christoper Heil Unterstützung. Und fand sie u.a. in Steffen Bichler. Bis heute betreiben die beide den Shop, in dem sie etwa 300 Boxen pro Monat verkaufen. Gefertigt werden diese nach ihren Entwürfen von Firmen in Deutschland und Fernost. Wobei die Theilheimer alles vorgeben, vom Holz über die Größe, Farbe sowie dem Aufdruck. Durch die Teilnahme an Messen und Münzbörsen machten die jungen Männer ihr Unternehmen bekannt.

seimoH
Das Label leitet sich ab vom gespiegelten englischen Begriff „Homies“ (übersetzt in etwa „Kumpels“). Tragende Elemente sind die Vögel George (eine Eule), Moe (ein Pinguin) und Johnny (ein Küken). Die Vögel, die Formen, Farben und das Logo von seimoH sollen stehen für eine Philosophie des Positiven, der guten Laune, des Glücklichen, in Abgrenzung zu vielen modernen Labels, die eher mit Provokation und Obszönität spielen.

 

george-moe-johnny„Aber es ist natürlich abzusehen, dass der Absatz sich nicht grenzenlos steigern lässt“, sieht Christopher die Zukunft der Münzbox ebenso pragmatisch wie seine Chancen als Realschullehrer für Mathematik und Sport: „Es ist in jedem Fall besser, man hat noch einen Plan B.“ Der heißt jetzt seimoH (siehe nebenstehenden Text) und hat zu tun mit Mode, Livestyle – und beispielsweise den Würzburger Baskets und Trendsportarten wie Wakeboard, BMX-Ride, Dirt-Bike und Snowboard (Slope-Style) – und mit Manuel und Dominic.

 seimoH-Gründer (von links): Manuel Cazzella (Bad Kissingen) Christopher Heil (Theilheim), Dominic Schmitt (Poppenhausen)„Wir wollten eigentlich was mit Badehosen machen“, sagen die beiden Freunde aus dem Raum Schweinfurt. Ihnen fehlte aber das, was Christopher in so großer Menge mitbekommen hat, wie alle seine Kollegen bestätigen: Die Fähigkeit, eine kreative Idee erfolgreich in die Realität umzusetzen, ganz konkret in Zahlen und Bilanzen.

Gemeinsam mit den erfahrenen Geschäftsleuten Christopher und Steffen, ist ihnen das jetzt gelungen. Nicht mit Badeshorts. Aber die erste Seimoh-Kollektion, sechs verschiedene (Snapback)-Caps, kam vor drei Monaten heraus, hat es bereits in Würzburg, Schweinfurt, Freising und Bamberg in die Läden geschafft und wird auch schon getragen von einigen Trendsportstars versichern die Vier. Natürlich gibt es auch einen Onlineshop und Zukunftspläne. „Der Plan ist, jeden Monat mindestens zwei neue Caps herauszubringen. Und für den Winter machen wir Beanies (Mützen)“, erklärt Dominic. Auch Shirts und Rucksäcke sind in Planung. Christopher freut sich, jetzt auch ein „cooleres Business zu haben“, etwas weniger seriöses und für Freunde und Kumpels eher langweiliges wie die Münzbox: „Und obendrein können wir im Modebusiness noch viel kreativer sein.“

Damit alles zu schaffen ist, neben Studium, Beruf und Lernen, hat das Quartett die Arbeit unter sich aufgeteilt. Jeweils einer ist zuständig für Rechnungswesen, Marketing, Design, Vertrieb. Klar, dass auch der Besuch von Messen, Klinken-Putzen bei (sportlichen) Werbeträgern sowie die persönliche Vorstellung bei Modehäusern und Boutiquen dazugehört. Das klingt nach Vollzeitjob. „Ist es auch“, bestätigt Christopher. Anders als Manuel, der diese Woche erst von einem Drei-Monats-Trip aus Argentinien zurückkam, freut er sich jetzt auf eine Woche Urlaub in Griechenland: „Mehr ist nicht drin“, sagt er. Künftig für sie alle, das ist ihnen klar „und gehört nun mal dazu, will man Erfolg haben.“ Wie gesagt: Sie sind verrückt, verrückt nach Arbeit.

Internet:

Traudl Baumeister

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